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Dienstag, 01. Juni 10 um 00:00 Alter: 2 Jahr(e)
Kategorie: Wort zum Monat
Von: Kai Wilhelm

Wort zum Monat Juni

Gedanken zur Bibelstelle Amos 5,4

 

"Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben."

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde,

Gott spricht! Ist es nicht dass, was wir uns immer wünschen, dass Gott
deutlich zu uns spricht? Hier hat er konkret vor langer Zeit zu dem Propheten
Amos geredet. Die Botschaft war allerdings nicht so erfreulich: Amos
predigte im Auftrag Gottes Gericht und stimmt ein Klagelied über das Volk
Israel an, als ob es schon um dessen Beerdigung ginge. In diesem Zusammenhang
kommt dann dieser Vers als Aufruf, also ein Ruf zur Buße,
zur Umkehr. Gott will ja nicht, dass sein Volk stirbt, deshalb zeigt er ihnen
den Weg zum Leben: Sucht mich!

Und was geht das uns an? Nun, ein Weg wie Gott auch zu uns heute reden
kann, ist sein Wort, das wir in der Bibel aufgezeichnet finden. Wenn
uns dieser Vers anspricht, ansprechen darf, dann kann er auch heute Gottes
Reden für uns sein. Der Vers kann durchaus eine gewisse Allgemeingültigkeit
über den konkreten Zeitbezug hinaus für sich in Anspruch nehmen.
Es gibt noch andere Bibelverse, die das Suchen nach Gott mit einer
Verheißung verbinden. In 5. Mose 4,29 heißt es zum Beispiel: "Wenn du
aber dort den HERRN, deinen Gott, suchen wirst, so wirst du ihn finden,
wenn du ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst.".
Oder in Lukas 11,9 sagt Jesus: "Und ich sage euch auch: Bittet, so wird
euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan."
Und in der Apostelgeschichte 17,27 lesen wir über die Zielbestimmung
des Menschen: "damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen
und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter
uns".

Lassen wir den Vers also einmal ruhig auf uns wirken: "Gott spricht (auch
zu uns): Suchet mich, so werdet ihr leben."

Man sucht natürlich nur etwas, das man verloren hat. Und in der Tat, wir
Menschen haben den Zugang zu Gott verloren. Sonst wäre es ja nicht so
schwierig mit dem Hören auf Gott. Wir tun uns deshalb so schwer, Gottes
Reden wahrzunehmen, weil die Beziehung zu ihm eben nicht mehr so einfach
und selbstverständlich ist, wie sie es ursprünglich nach der Schöpfung
einmal war. Da konnte Adam sich noch unmittelbar mit Gott
unterhalten und hatte einen direkten Draht zu seinem Schöpfer. Davon ist
heute keine Rede mehr.

Die Bibel nennt diesen Zustand der Trennung von Gott "Sünde". Die hebräischen
und griechischen Begriffe für Sünde kann man übrigens wörtlich
mit "Zielverfehlung" übersetzen. Unsere Bestimmung ist nämlich die Gemeinschaft
mit Gott, der uns als sein Gegenüber geschaffen hat. Und dieses
Ziel haben wir total verpasst. Viele Menschen bezweifeln heute, dass
es Gott überhaupt gibt, und von denen, die an einen Schöpfergott glauben,
sind viele überzeugt, dass man keine Beziehung zu ihm haben könnte. Es
handelt sich also um eine gründlich zerrüttete Beziehung. Deshalb sind wir
Menschen von Gott geschieden.

Es war aber Gott, der uns das Leben schenkte. Ohne Beziehung zu ihm
sind wir deshalb so ziemlich tot; im übertragenen Sinne sogar schon vor
unserer Verwesung. In der Bibel wird der Bezug zwischen unserem "geistlichen
Tod" und unserem "fleischlichen Tod" immer wieder hergestellt. Das
ist also äußerst dumm gelaufen. Wir brauchen die Beziehung zu Gott, der
uns das Leben schenkte und auch heute noch schenken will. Sie ist lebensnotwendig.
Also müssen wir suchen. Aber wie können wir ihn suchen
und wo ihm begegnen?

Da gibt es viele Möglichkeiten, denn eigentlich hält er sich doch in unserer
Nähe auf, wie der oben zitierte Vers aus der Apostelgeschichte besagt.
Wenn man dort weiter liest, findet man einen Hinweis auf Jesus Christus,
der den Tod (sowohl den geistlichen als auch den fleischlichen) überwunden
hat. Durch ihn können wir wieder den Zugang zu Gott bekommen.

Und wo und wie finden wir Jesus? Wir können ihm zum Beispiel beim Lesen
der Bibel begegnen. Oder manche finden ihn auch in der Gemeinschaft
mit anderen Christen. Dieser Gemeindebrief zeigt einige Möglichkeiten:
Da gibt es Gottesdienste, ein Grundkurs zum christlichen Glauben
(Alpha-Kurs genannt) hat Ende Mai gerade erst angefangen und auch einige
Hauskreise laden dazu ein. Man kann Gott nämlich persönlich kennenlernen.
Jesus Christus hat es möglich gemacht. Zugegeben, es ist
auch für mich nicht ganz so einfach wie zwischen uns Menschen. Aber ich
habe Vertrauen gefasst und nenne Jesus heute meinen Herrn und rede
Gott wie meinen Vater an. Ich lade Euch ein:
Suchet Gott, so werdet ihr leben!

Kai Wilhelm


 
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