Kategorie: Wort zum Monat
Von: Rudi Baumgartl
Wort zum Monat Januar
Gedanken zur Bibelstelle Psalm 86,11Weise mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir.
Der Weg ist das Ziel !
Diese alte buddhistische Weisheit fordert uns Christen heraus.
Sie sagt nämlich: Es ist gar nicht so entscheidend, ob und wo du ankommst,
sondern viel wichtiger ist es wie du dich unterwegs verhältst und dich dabei entwickelst.
Unser Monatsspruch möchte uns auf eine ganz andere Spur bringen.
Wörtlich heißt es dort im ersten Teil:
Gib Ziel mir, Herr, deinen Weg !
Hier geht es also nicht nur um den Weg, sondern auch um das Ziel.
In der Regel gehen oder fahren wir einen Weg, weil er uns zu einem Ziel bringen soll.
Höchstens bei einer Spazierfahrt oder einem Spaziergang ist die buddhistische Regel gültig.
Die meisten unter uns werden mir zustimmen, daß unser Lebensweg kein Spaziergang ist, sondern auf ein Ziel zusteuert.
Was ist nun dieses Ziel ?
In 1.Petr. 1,9 steht: damit ihr das Ziel erlangt: die Rettung der Seelen
Das klingt nicht sehr attraktiv in unseren Ohren. Ein bißchen angestaubt.
Wenn wir ehrlich sind haben wir ganz andere Ziele im Kopf und im Herzen.
Aber es ist ein Ziel, daß Gott gesetzt hat:
Wir , und nicht nur wir, sollen gerettet werden !
Es ist Gottes ausgemachtes Ziel:
Er will daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Wie schaut nun sein Weg zu diesem Ziel aus ?
Wir kommen von Weihnachten her,
der Erinnerung an die Geburt von Jesus Christus.
Gott will die Welt retten - und schickt nicht Milliarden Engel – sondern ein Kind!
Ein einziger Mensch, soll das schaffen, was Hunderte von Propheten, Priestern, ja sogar ein ganzes Volk nicht geschafft haben.
Das ist so ein typischer Weg Gottes - nach menschlichen Maßstäben absurd und lächerlich.
Wenn wir die Bitte oben zu unserer Eigenen machen wollen, dann riskieren wir auch, daß uns dann sein Weg als absurd und lächerlich vorkommen kann.
Und hier kommt der zweite Teil ins Spiel: Ich will ihn gehen in Treue zu dir.
Treue, Glauben und Wahrheit sind eng miteinander verwandt.
Wenn Gott uns auf unsere Bitte hin Wege zeigt, die uns herausfordern, dann ist der risikobereite Glaube gefragt. Es stellt sich dann die Frage, ob unsere Treue auch dann Bestand hat, wenn der Weg für uns unübersichtlich ist und die Erreichung des Ziels fragwürdig wird.
Wenn wir uns dem Ziel Gottes: daß alle Menschen gerettet werden, als Einzelne und als Gemeinde dieses Jahr neu verschreiben, dann werden wir uns sehr wahrscheinlich auf eigentümlichen und uns fremden Wegen wiederfinden.
Aber was dort zählt ist nicht unser Durchblick oder unsere Kompetenz, sondern unsere Treue zu ihm und unser Vertrauen, daß er zum Ziel kommt.
Rudi Baumgartl

